Metallbauer / Metallbauerin Konstruktionstechnik

Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik planen, fertigen, montieren und warten Metallkonstruktionen aller Art – von Treppen und Balkonen über Fassaden und Hallen bis hin zu Brückenbauteilen und Sicherheitsgittern. Der Beruf verbindet handwerkliches Können, technisches Verständnis und präzise Arbeit nach technischen Zeichnungen.

Jobangebote: Metallbauer / Metallbauerin Konstruktionstechnik

Metallbauer / Metallbauerin bei der Arbeit in der Konstruktionstechnik mit Stahlkonstruktion

Einleitung

Ob stabile Hallenkonstruktionen, moderne Glas-Metall-Fassaden oder individuelle Treppenanlagen: Ohne Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik würden viele Bauprojekte nicht realisierbar sein. Sie bearbeiten Stahl, Aluminium und andere Metalle, verbinden Bauteile durch Schweißen, Schrauben oder Nieten und sorgen dafür, dass Konstruktionen den statischen und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen.

Der Beruf ist ideal für Menschen, die gerne praktisch arbeiten, räumlich denken können und Spaß an großen, oft sichtbaren Bauprojekten haben. Aufgrund der technischen Entwicklung – etwa im Bereich CNC-Technik und digitaler Planung – ist Metallbau Konstruktionstechnik ein zukunftsfähiger Beruf mit guten Perspektiven.

Ein Tag als Metallbauer / Metallbauerin Konstruktionstechnik

Der Arbeitsalltag hängt stark davon ab, ob du überwiegend in der Werkstatt, auf Montagebaustellen oder im Kundendienst eingesetzt bist. Typisch ist eine Kombination aus Fertigung, Vorbereitung und Montage.

Beispielhafter Tagesablauf

  • Morgen: Arbeitsbeginn in der Werkstatt, Durchgehen der Aufträge und technischen Zeichnungen, Materialkontrolle. Zuschneiden von Profilen und Blechen, Anreißen und Bohren nach Plan.
  • Vormittag: Schweißarbeiten (z. B. MAG-Schweißen) an Treppen- oder Geländerbauteilen, Prüfen von Maßen und Winkeln, Nachbearbeitung durch Schleifen und Entgraten.
  • Mittag: Vorbereitung für den Montageeinsatz: Werkzeug und Befestigungsmaterial zusammenstellen, Transport der fertigen Bauteile auf die Baustelle.
  • Nachmittag: Montage der Konstruktion vor Ort, Ausrichten und Befestigen an der Gebäudestruktur, Abstimmung mit anderen Gewerken (z. B. Rohbau, Fassadenbau). Abschließende Funktions- und Sicherheitskontrolle.
  • Später Nachmittag: Dokumentation der Arbeiten, ggf. Nachbesserungen in der Werkstatt planen, Aufräumen und Instandhalten der Maschinen und Werkzeuge.

Je nach Betrieb kommen auch Serviceeinsätze hinzu: Reparaturen an Türen und Toren, Instandsetzung von beschädigten Geländern oder Austausch verschlissener Bauteile. Arbeiten finden oftmals in größerer Höhe, im Freien und unter Einhaltung strenger Arbeitsschutzregeln statt.

Aufgaben

Metallbauerinnen und Metallbauer Konstruktionstechnik arbeiten an der Schnittstelle von Planung, Fertigung und Montage. Sie setzen technische Zeichnungen in stabile und sichere Konstruktionen um.

Wichtige Tätigkeitsbereiche

  • Planung und Vorbereitung
    • Lesen und Verstehen von technischen Zeichnungen und Montageplänen
    • Auswahl geeigneter Werkstoffe (z. B. Baustahl, Edelstahl, Aluminium)
    • Ermittlung von Materialbedarf und Zuschnittlisten
    • Erstellen einfacher Skizzen und Detailzeichnungen
  • Fertigung von Metallkonstruktionen
    • Zuschneiden von Profilen, Rohren und Blechen mit Sägen, Brennschneidern oder CNC-Maschinen
    • Umformen, Biegen und Richten von Bauteilen
    • Herstellen von Verbindungen durch Schweißen, Schrauben, Nieten oder Kleben
    • Oberflächenbehandlung, z. B. Schleifen, Strahlen oder Vorbereitung zum Korrosionsschutz
  • Montage und Inbetriebnahme
    • Transport und Montage von Bauteilen auf Baustellen
    • Justieren, Ausrichten und Befestigen an Bauwerken
    • Einbau von Türen, Toren, Fensterelementen und Fassadenkonstruktionen
    • Funktionsprüfung, Sicherheitskontrolle und Übergabe an Kundinnen und Kunden
  • Instandhaltung und Service
    • Reparatur und Austausch beschädigter Bauteile
    • Wartung beweglicher Konstruktionen (z. B. Tore, Schranken, Schiebeanlagen)
    • Fehlersuche bei Funktionsstörungen und Schäden
    • Dokumentation von Wartungs- und Reparaturarbeiten

Fachliche Kompetenzen

  • Sicherer Umgang mit metallverarbeitenden Maschinen und Werkzeugen
  • Kenntnisse in unterschiedlichen Schweißverfahren (z. B. MAG, WIG, Lichtbogenhand)
  • Grundlagen der Statik und Konstruktionstechnik
  • Arbeitssicherheit, Brand- und Gesundheitsschutz, insbesondere beim Schweißen und Arbeiten in der Höhe
  • Basiskenntnisse in Normen und technischen Regelwerken (z. B. DIN- und EN-Normen im Metallbau)

Persönliche Voraussetzungen

  • Gute körperliche Konstitution und Freude an praktischer Arbeit
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Interesse
  • Genauigkeit, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein für Sicherheit
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit, insbesondere auf Baustellen

Ausbildung zur Metallbauerin / zum Metallbauer Konstruktionstechnik

Die Ausbildung zum Metallbauer bzw. zur Metallbauerin der Fachrichtung Konstruktionstechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie findet in der Regel dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.

Dauer und Struktur

  • Regelausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Berufsausbildung (Betrieb + Berufsschule)
  • Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung, Nutzfahrzeugbau (hier: Fachrichtung Konstruktionstechnik)

Rechtsgrundlage ist die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin“ (MetallbAusbV) vom 25.07.2008, zuletzt geändert 2022, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Inhalte der Ausbildung

  • Grundbildung in der Metallbearbeitung (Feilen, Bohren, Sägen, Trennen, Fügen)
  • Fertigen von Bauteilen und Konstruktionen aus Blechen, Profilen und Rohren
  • Schweißtechnik und thermisches Trennen
  • Montage von Metall- und Stahlbaukonstruktionen
  • Arbeiten nach technischen Zeichnungen und normgerechte Dokumentation
  • Qualitätssicherung, Messen und Prüfen
  • Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Umgang mit Gefahrstoffen

Zugangsvoraussetzungen

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein. Wichtig sind vor allem gute Leistungen in Mathematik, Physik und Technik sowie handwerkliches Geschick.

Abschluss und Prüfung

  • Zwischenprüfung: meist nach etwa 1,5–2 Jahren, Überprüfung der grundlegenden Fertigkeiten
  • Abschlussprüfung: Teil 2 nach 3,5 Jahren mit praktischen und schriftlichen Prüfungsbereichen (z. B. Fertigungsauftrag, Montageaufgabe, Fachgespräch, schriftliche Fachkenntnisse)

Die Prüfungen werden üblicherweise von den zuständigen Handwerkskammern (HWK) organisiert.

Weiterbildung und Zusatzqualifikationen

  • Schweißerprüfungen nach einschlägigen Normen (z. B. DIN EN ISO 9606) über anerkannte Bildungsträger
  • Zertifikate im Bereich CAD-Konstruktion oder CNC-Technik
  • Lehrgänge zu Arbeitssicherheit, Hebe- und Anschlagmitteln, Arbeiten in der Höhe

Gehalt als Metallbauer / Metallbauerin Konstruktionstechnik

Die Vergütung variiert je nach Ausbildungsjahr, Tarifbindung, Bundesland und Betriebsgröße. Die folgenden Angaben bieten einen orientierenden Überblick für Deutschland.

Ausbildungsvergütung

In tarifgebundenen Betrieben des Metall- und Elektrohandwerks oder Bauhauptgewerbes liegen die Ausbildungsvergütungen in der Regel deutlich über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung (§ 17 BBiG). Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) lag die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung im Handwerk bei rund 1.000 € brutto im dritten Ausbildungsjahr.

Orientierende Ausbildungsvergütung Metallbauer Konstruktionstechnik.

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 900 € – 1.050 €
  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.000 € – 1.150 €
  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 € – 1.250 €
  • 4. Ausbildungsjahr: ca. 1.150 € – 1.300 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung liegt das Bruttogehalt für Berufseinsteiger laut Auswertungen gängiger Gehalts- und Tarifportale im Handwerk im Durchschnitt bei etwa 2.300 € bis 2.700 € brutto im Monat (Stand: 2025).

Gehalt mit Berufserfahrung

  • Mit einigen Jahren Berufserfahrung: häufig 2.700 € – 3.200 € brutto monatlich, insbesondere bei Übernahme anspruchsvoller Montage- und Führungsaufgaben.
  • Mit Meistertitel oder in leitender Funktion: je nach Verantwortungsbereich und Betrieb sind Vergütungen von 3.200 € – 3.800 € brutto oder mehr möglich.

Das tatsächliche Einkommen hängt von mehreren Faktoren ab, etwa:

  • Tarifbindung des Betriebs (z. B. Metall- und Elektrohandwerk, Bauhauptgewerbe)
  • Region (Ost- / Westdeutschland, Stadt / Land)
  • Spezialisierungen (z. B. geprüfte Schweißerqualifikationen, Großprojekte)
  • Überstunden, Schichtzulagen oder Auslöse bei Montageeinsätzen

Karrierewege

Nach der Ausbildung zum Metallbauer / zur Metallbauerin Konstruktionstechnik stehen zahlreiche berufliche Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen.

Berufliche Weiterbildungen

  • Meister im Metallbauer-Handwerk (Metallbaumeister/in)
    • Vorbereitung auf Führungsaufgaben im Betrieb
    • Berechtigt zur Ausbildung von Lehrlingen
    • Oft Voraussetzung für die Selbstständigkeit im zulassungspflichtigen Handwerk
  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in (z. B. Fachrichtung Maschinentechnik, Konstruktionstechnik)
    • Vertiefung im Bereich Planung, Konstruktion und Projektabwicklung
    • Tätigkeiten im technischen Büro, Arbeitsvorbereitung oder in der Konstruktion
  • Geprüfte/r Industriemeister/in Metall
    • Schwerpunkt auf Produktion, Personalführung und Organisation
  • Spezialisierungen
    • Schweißfachmann / Schweißfachfrau (z. B. DVS-Kurse)
    • Fachkraft für Arbeitsvorbereitung oder Qualitätssicherung
    • Spezialisierung auf Fassadenbau, Stahlbau oder Sonderkonstruktionen

Akademische Wege

Mit ausreichender Berufserfahrung und entsprechendem Schulabschluss ist auch ein Studium möglich, etwa in den Studienrichtungen:

  • Maschinenbau
  • Bauingenieurwesen / Konstruktiver Ingenieurbau
  • Metall- und Leichtbau, Stahlbau (spezialisierte Studiengänge)
  • Wirtschaftsingenieurwesen

Selbstständigkeit

Mit Meisterabschluss im Metallbauer-Handwerk besteht die Möglichkeit, einen eigenen Metallbaubetrieb zu gründen oder eine bestehende Werkstatt zu übernehmen. Die Selbstständigkeit erfordert neben fachlicher Expertise auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Fähigkeiten.

Verwandte Berufe

Wer sich für Metallbau interessiert, kann auch in folgenden Berufen fündig werden:

FAQ – Metallbauer / Metallbauerin Konstruktionstechnik

Wie lange dauert die Ausbildung zum Metallbauer Konstruktionstechnik?

Die duale Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Bei sehr guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung kann auf Antrag eine Verkürzung möglich sein. Über die genaue Dauer entscheiden der Ausbildungsbetrieb, die Berufsschule und die zuständige Handwerkskammer.

Welche schulischen Voraussetzungen brauche ich als Metallbauer?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein. Wichtig sind solide Kenntnisse in Mathematik und Physik sowie Interesse an Technik und handwerklicher Arbeit.

Ist der Beruf Metallbauer Konstruktionstechnik körperlich anstrengend?

Ja, der Beruf ist körperlich fordernd. Du arbeitest häufig im Stehen, hebst und transportierst Materialien, arbeitest teilweise im Freien und in größerer Höhe. Gleichzeitig unterstützen moderne Hilfsmittel wie Krane, Hebezeuge und Schutzausrüstung die Arbeit. Eine gute körperliche Fitness ist dennoch wichtig.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten habe ich nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung kannst du dich z. B. zum Metallbaumeister oder Techniker weiterbilden, dich auf bestimmte Bereiche wie Schweißtechnik, Fassaden- oder Stahlbau spezialisieren oder – mit entsprechender Qualifikation – ein Studium im Bereich Maschinenbau oder Bauingenieurwesen beginnen. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist mit Meisterabschluss möglich.

9. Quellenblock

  1. Bundesministerium der Justiz (BMJ): Berufsbildungsgesetz (BBiG), § 17 – Vergütung. Online abrufbar über das Bundesgesetzblatt und das Portal „Gesetze im Internet“.
  2. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin (MetallbAusbV), zuletzt geändert 2022. Veröffentlicht im Bundesgesetzblatt.
  3. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Informationen zur dualen Ausbildung im Metallbauer-Handwerk und Statistik zur tariflichen Ausbildungsvergütung.
  4. Handwerkskammern (HWK): Informationsangebote zu Ausbildungsinhalten, Prüfungen und Meisterqualifikation im Metallbauer-Handwerk.

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