Berufsporträt: Social Media Manager / Social Media Managerin
Social Media Managerinnen und Social Media Manager planen, steuern und analysieren die Präsenz von Unternehmen, Behörden, Medien oder Organisationen auf Plattformen wie Instagram, TikTok, LinkedIn, Facebook oder YouTube. Sie verbinden Kommunikationswissen mit Datenanalyse und sorgen dafür, dass Inhalte zur Marke passen, rechtlich sauber sind und die Zielgruppe wirklich erreichen.
Jobangebote: Social Media Manager / Social Media Managerin

1. Einleitung: Was macht ein Social Media Manager?
Als Social Media Manager / Social Media Managerin begleitest du Marken im digitalen Raum: Du entwickelst Strategien, erstellst Inhalte, betreust Communitys und misst den Erfolg deiner Maßnahmen. Durch die enge Verzahnung von Marketing, Kommunikation, Design und Datenanalyse ist der Beruf abwechslungsreich – aber auch anspruchsvoll, weil Trends, Algorithmen und rechtliche Rahmenbedingungen sich laufend ändern.
Beschäftigung findest du zum Beispiel in:
- Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen
- Werbe-, PR- und Digitalagenturen
- Medienhäusern und Verlagen
- Start-ups und E‑Commerce-Unternehmen
- Verbänden, NGOs und öffentlichen Einrichtungen
2. Ein Tag als Social Media Manager / Social Media Managerin
Der Arbeitsalltag hängt stark von Arbeitgeber, Branche und Teamgröße ab. Typisch ist eine Mischung aus kreativen Aufgaben, Abstimmungsterminen und Analyse.
Morgens: Monitoring und Planung
- Überblick über neue Kommentare, Nachrichten und Erwähnungen (Social Listening)
- Prüfen von Kennzahlen in Analyse-Tools (z. B. Reichweite, Interaktionsrate, Klickzahlen)
- Abstimmung mit Marketing, Vertrieb oder HR zu aktuellen Kampagnen und Themen
- Feinplanung für Posts und Stories im Redaktionsplan
Mittags: Content-Produktion und Abstimmung
- Texte für Posts, Captions, Blog-Teaser oder Ads erstellen
- Bildauswahl, Bildbearbeitung und Erstellung von Reels, Kurzvideos oder Grafiken (oft mit Grafik- oder Videoteams)
- Koordination mit externen Dienstleistern, z. B. Agenturen, Fotograf:innen, Influencer:innen
- Freigaben einholen, z. B. von Vorgesetzten, Rechtsabteilung oder Kund:innen
Nachmittags: Community Management & Analyse
- Antworten auf Kommentare und Direktnachrichten, Moderation von Diskussionen
- Umgang mit kritischen Rückmeldungen und Beschwerden nach klaren Guidelines
- Auswertung laufender Kampagnen, Erstellung kurzer Reports oder Dashboards
- Recherche von Trends, Hashtags, Wettbewerbern und Best Practices
Je nach Arbeitgeber gehören auch Termine vor Ort (z. B. für Events, Messen, Produktlaunches) oder kurzfristige Reaktionen auf aktuelle Ereignisse („Newsjacking“) zum Alltag. In einigen Positionen wird eine gewisse Erreichbarkeit außerhalb der klassischen Bürozeiten erwartet, etwa bei Krisenkommunikation oder Live-Events.
3. Aufgaben: Was macht ein Social Media Manager konkret?
Die Tätigkeiten lassen sich grob in Strategie, Content, Community, Analyse und Organisation einteilen.
Strategie und Konzeption
- Entwicklung einer Social-Media-Strategie im Rahmen der Unternehmensziele
- Definition von Zielgruppen, Kanälen und Botschaften
- Erstellung von Redaktionsplänen, Kampagnenkonzepten und Leitlinien (Tone of Voice, Bildsprache)
- Beachtung von Corporate-Design- und Corporate-Identity-Vorgaben
Content-Erstellung und Publishing
- Verfassen von Texten für Posts, Stories, Reels, Kurzvideos, Karussells und Ads
- Mitwirkung an Foto- und Videoproduktionen, Briefings für Kreativ-Teams
- Einsatz von Planungs- und Publishing-Tools (z. B. Meta Business Suite, Hootsuite)
- Suchmaschinen- und plattformspezifische Optimierung (Hashtags, Keywords, Thumbnails)
Community Management und Kundenkontakt
- Beantwortung von Anfragen über Kommentare, Nachrichten und Bewertungen
- Moderation von Diskussionen, Einhaltung von Netiquette und Community-Richtlinien
- Weiterleitung fachlicher oder rechtlich sensibler Anfragen an zuständige Stellen
- Unterstützung von Arbeitgebermarke (Employer Branding) und Kundenservice
Analyse, Reporting und Optimierung
- Auswertung von Kennzahlen (KPIs) wie Reichweite, Interaktionen, Klicks, Conversions
- Erstellung von regelmäßigen Reports für Vorgesetzte oder Kund:innen
- A/B-Tests von Formaten, Bildmotiven oder Anzeigentexten
- Anpassung der Strategie anhand von Daten und Feedback
Recht und Compliance
- Beachtung von Datenschutzvorgaben (DSGVO) und internen Richtlinien
- Korrekte Kennzeichnung von Werbung und Kooperationen nach Vorgaben des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und einschlägiger Rechtsprechung
- Prüfen von Bildrechten, Musiklizenzen und Nutzungsrechten
- Zusammenarbeit mit Rechtsabteilung oder externen Jurist:innen, wenn erforderlich
Typische Hard Skills
- Fundierte Kenntnisse gängiger Plattformen (z. B. Meta, TikTok, LinkedIn, X, YouTube)
- Grundlagen in Online-Marketing, SEO und Performance-Marketing
- Sicherer Umgang mit Bild- und Videotools (z. B. Canva, Adobe Creative Cloud)
- Basisverständnis von Webanalyse-Tools (z. B. Matomo, Google Analytics)
Wichtige Soft Skills
- Stilsicheres Schreiben und Gespür für Sprache
- Kreativität und Sinn für Trends
- Organisationstalent, Priorisierung und Stressresistenz
- Empathie im Umgang mit Communitys und Kund:innen
- Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung
4. Ausbildung / Qualifikationswege zum Social Media Manager
„Social Media Manager / Social Media Managerin“ ist in Deutschland kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Zugang erfolgt daher über verschiedene Bildungswege und Berufserfahrungen.
Typische Zugangswege
- Studium (Bachelor oder Master), z. B. in:
- Kommunikations- und Medienwissenschaft
- Marketing, Betriebswirtschaftslehre (BWL)
- Online-Kommunikation, Digitale Medien, Journalismus
- Berufsausbildungen mit Marketing- oder Medienbezug, z. B.:
- Kaufmann / Kauffrau für Marketingkommunikation
- Kaufmann / Kauffrau im E‑Commerce
- Medienkaufmann / Medienkauffrau Digital und Print
- Mediengestalter / Mediengestalterin Bild und Ton
- Weiterbildungen und Zertifikatskurse:
- Lehrgänge bei Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Fachakademien
- Zertifizierungen von Plattformen (z. B. Meta Blueprint, Google, LinkedIn)
Berufspraxis und Quereinstieg
Viele Social Media Manager:innen sind Quereinsteiger, die über journalistische, kreative, kaufmännische oder IT-Berufe in diese Rolle hineinwachsen. Entscheidend sind nachweisbare praktische Erfahrungen, zum Beispiel durch:
- Praktika in Agenturen oder Kommunikationsabteilungen
- Werkstudierendentätigkeiten im Online-Marketing
- eigene Kanäle, Blogs oder Projekte (z. B. Vereinskommunikation)
Rechtliche Rahmenbedingungen
Da es sich nicht um einen reglementierten Beruf nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder Handwerksordnung (HwO) handelt, bestehen keine gesetzlichen Mindestanforderungen an Abschluss oder Approbation. Arbeitgeber legen ihre Anforderungen selbst fest.
5. Gehalt als Social Media Manager / Social Media Managerin
Die Gehälter hängen in der Praxis stark ab von Unternehmensgröße, Branche, Bundesland, Aufgabenbreite und Berufserfahrung. Tarifliche Regelungen gelten vor allem dann, wenn Social Media Manager:innen in tarifgebundenen Unternehmen (z. B. Medienhäuser, öffentliche Einrichtungen) angestellt sind.
Orientierungswerte für Bruttogehälter
Öffentlich verfügbare, bundesweite Durchschnittswerte werden unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit im Entgeltatlas veröffentlicht. Für Tätigkeiten im Bereich Online-Marketing und Social Media zeigt der Entgeltatlas 2024 je nach Region und Berufserfahrung sehr unterschiedliche Jahresbruttogehälter.[1]
| Karrierestufe | Monatsbrutto (ca.) | Jahresbrutto (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Berufseinstieg (0–2 Jahre) | 2.800–3.400 € | 33.600–40.800 € | häufig in kleineren Unternehmen oder Agenturen |
| Berufserfahren (3–7 Jahre) | 3.400–4.300 € | 40.800–51.600 € | verantwortliche Position, meist mehrere Kanäle |
| Senior / Teamleitung | 4.300–5.500 € | 51.600–66.000 € | Strategie, Personalverantwortung, Budgetplanung |
Quelle (Stand: 2024): Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufe im Bereich Werbung, Marketing, PR und Online-Kommunikation (z. B. „Online-Marketing-Manager/in“, „PR-Manager/in“).[1]
Tarifliche Eingruppierung (Beispiele)
- In Medienunternehmen mit Tarifbindung (z. B. Verlage, Rundfunk) können Social Media Aufgaben je nach Tätigkeit in Redaktions- oder Verlags-/Marketingtarifverträgen erfasst sein. Die konkrete Eingruppierung richtet sich nach Tätigkeit und Verantwortungsbereich.[2]
- Im öffentlichen Dienst können vergleichbare Tätigkeiten in Informations- und Öffentlichkeitsarbeit nach dem TVöD bzw. TV‑L eingruppiert werden; die Spannweite reicht – je nach Anforderungsniveau – häufig von Entgeltgruppen 9b bis 11.[3]
Ein allgemeines „Ausbildungsgehalt“ für Social Media Manager:innen gibt es nicht, da es sich nicht um einen geregelten Ausbildungsberuf handelt. In dualen Ausbildungen mit Marketingbezug orientieren sich Vergütungen an den jeweiligen Tarifverträgen der Branche.
6. Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten
Die Social-Media-Landschaft verändert sich schnell. Wer sich kontinuierlich weiterbildet, kann seine Rolle deutlich ausbauen.
Fachliche Entwicklung
- Junior Social Media Manager:in – Einstieg mit Fokus auf Content-Erstellung und Community Management
- Social Media Manager:in – eigenverantwortliche Betreuung mehrerer Kanäle, erste Kampagnenverantwortung
- Senior Social Media Manager:in – strategische Steuerung, Beratung von Management oder Kund:innen
- Social Media Strategist / Consultant – Schwerpunkt auf Konzept, Richtlinien, Change-Projekten
Führung und Management
- Leitung Social Media / Head of Social Media
- Teamleitung Online-Kommunikation oder Content-Marketing
- Leitung Marketing / Head of Marketing / CMO (bei entsprechender Gesamtverantwortung)
Spezialisierungsmöglichkeiten
- Performance Marketing (Paid Social, Kampagnensteuerung, Conversion-Optimierung)
- Content Creation (Fotos, Videos, Storytelling, Copywriting)
- Influencer- und Creator-Marketing
- Community Management & Customer Care
- Social Media Analytics & Data
- Employer Branding und Recruiting via Social Media
Selbstständigkeit und Freelancing
Viele Social Media Manager:innen arbeiten freiberuflich oder gründen eigene Agenturen. Typische Leistungen sind:
- Beratung und Strategieentwicklung
- Content-Produktion und Kanalbetreuung
- Schulungen und Workshops für Unternehmen
Jobangebote: Social Media Manager / Social Media Managerin
7. Verwandte Berufe
- Online-Marketing-Manager / Online-Marketing-Managerin
- Content-Manager / Content-Managerin
- Community-Manager / Community-Managerin
- PR-Referent / PR-Referentin (Digitale Kommunikation)
- Redakteur / Redakteurin (Online / Social)
- Kaufmann / Kauffrau für Marketingkommunikation
- Kaufmann / Kauffrau im E‑Commerce
8. FAQ: Häufige Fragen zum Beruf Social Media Manager
1. Ist Social Media Manager ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Nein. „Social Media Manager / Social Media Managerin“ ist in Deutschland keine staatlich anerkannte Berufsausbildung und keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Einstieg erfolgt meist über Studiengänge oder Ausbildungen mit Medien‑ oder Marketingbezug und praktische Erfahrung.
2. Welche Abschlüsse sind für Social Media Manager besonders gefragt?
Viele Arbeitgeber suchen Absolvent:innen mit Studienabschlüssen in Kommunikationswissenschaft, Medien, Marketing, BWL oder Journalismus. Auch kaufmännische Ausbildungen im Marketing- oder Medienbereich können eine gute Grundlage sein. Entscheidend sind nachweisbare Praxiserfahrung und ein aktuelles Verständnis der Plattformen.
3. Arbeitet man als Social Media Manager nur im Büro?
Ein großer Teil der Arbeit findet am Computer statt, daher sind Büro- oder Remote-Arbeit üblich. Je nach Arbeitgeber gehören jedoch auch Außentermine, z. B. auf Messen, Events, Drehs oder Kundenterminen, zum Berufsalltag. Hybride Arbeitsmodelle sind verbreitet.
4. Wie wichtig sind technische Kenntnisse im Vergleich zu Kreativität?
Beides ist relevant: Kreativität ist für Ideen und Inhalte unverzichtbar, technische und analytische Fähigkeiten sind wichtig, um Tools effizient zu nutzen, Daten auszuwerten und Kampagnen zu optimieren. In größeren Teams kann man sich stärker auf eine der Seiten spezialisieren.
9. Quellen
- Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas, Berufe im Bereich Werbung, Marketing, PR und Online-Marketing (z. B. „Online-Marketing-Manager/in“, Abrufjahr 2024), https://entgeltatlas.arbeitsagentur.de
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), insbesondere Vorgaben zur Kennzeichnung von Werbung, https://www.gesetze-im-internet.de
- Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) / Tarifvertrag der Länder (TV‑L), Entgeltordnungen und Tätigkeitsmerkmale für Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, abrufbar über z. B. dbb beamtenbund und tarifunion, https://www.dbb.de
- Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) – Abgrenzung anerkannter Ausbildungsberufe, https://www.gesetze-im-internet.de